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Umsturz gescheitert? Tag 4 |
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News -
The PAD Coup
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Saturday, 30 August 2008 10:41 |
29.08.2008. Einer unserer Korrespondenten berichtet, dass ca. 350
Polizisten sich aufgestellt hatten, in voller Uniform, mit Helmen,
Plastikschilden und Holzstöcken. Um 10:30 Uhr waren sie in Position. Der Mob
spielte ein gehässiges Lied über die Lautsprecher der PAD und sangen wie sehr
sie die Polizei hassten und wie hässliche die thailändische Polizei wäre. 10:55
Uhr. Die Polizisten richten sich aus und ziehen die Helme an. Plötzlich scheinen
neue Befehle zu kommen. Sie drehen sich um und marschieren ab. Der Mob
applaudiert und grölt. Das ist Gesetzlosigkeit, das ist das Diktat der Strasse,
gedeckt durch eine höhere Macht.
Bevor wir den Tag wieder chronologisch angehen, eine Anekdote aus einem großen
Kaufhaus im Nordosten des Landes: In der Sportabteilung prüft ein kleiner Junge, mit gelbem T-Shirt, einen
Baseballschläger. Eine Person im mittleren Alter geht vorbei und fragt ihn:
"Willst Du der PAD helfen?" Alle Erwachsenen in der Nähe lachen.
Die meisten außerhalb der Hauptstadt, in den größeren Städten, wissen, was
passiert. Aber keiner kann sich vorstellen, dass die PAD die absolutistische
Monarchie wieder einführen kann. Man macht sich lustig über die "Clowns" in
Bangkok . Eine gefährliche Unterschätzung der Situation.
Der immer wieder zu hörende Sologan ist: “We will fight for the king” (เราจะสู้เพื่อในหลวง).
Wir kämpfen für den König. Und der König schweigt seit 4 Tagen wohlwollend dazu.
Der letzte Akt der Farce mag begonnen haben, denn Premierminister Samak
Sundaravej wurde am Abend zum König bestellt. Aber bevor wir über das mögliche
Ergebnis der Audienz spekulieren, hier der Ablauf des Tages.
02:00 Uhr Agressionen gegen Journalisten. Die The Nation, einst einer der
großen Fürsprecher der PAD
berichtet:
... Poowadon Songprasert, ein Lehrer für Sozialkunde an der Kasetsart
Universität und einer der prominenten Vertreter der PAD, rief grobe Worte
und fasste Sasinapa Wattana-wannarat, einen weiblichen Reporter der Matichon
grob an ..... als er verwsuchte die Reporter wegzudrängen.
Als .... PAD Wachen die Reporter sahen, riefen Sie: "Sie (die Gegner) kommen
getarnt!" Weitere Wachen umringten sie und sagten, sie müssen den zweiten
Stock des Banchakarn Gebäudes verlassen ....Die Wachen wurden bedrohlicher
und sagten, wenn sie nicht gehen würden, würden sie Steinschleudern gegen
sie einsetzen. Demonstranten umringten sie und zwangen sie sich zu
bewegen....
NBT erklärte den Zuschauern, dass ihre Reporter nicht sagen würden, von wo
sie berichten, weil sie befürchteten, die Demonstranten würden sie verletzen
...
08:30 Uhr. General Panlop / Pallop droht, er würde die Demonstrationen
aggressiver machen, wenn er Chamlong ablösen müsste, weil dieser verhaftet
wurde. Die
Bangkokpost berichtet.
... Die PAD könnte aggressiver werden, falls Gen. Panlop Pinmanee
direkt in die regierungsfeindlichen Demonstrationen einbezogen wird. Der
ehemalige stellvertretende Direktor der ISOC versprach schnelles Handeln um
Premierminister Samak Sundaravej zu stürzen.
.... Er erklärte, er würde die die Methode der Gewaltlosigkeit, ..... die
Chamlong verfolgt, aufgeben.
Die Frage, die sich viele stellten war, wie es kommt, dass die UDD/DAAD, die
Oppositionsbewegung gegen die Militärdiktatur, nicht auf die Strassen geht, wird
hier beantwortet:
Jatuporn Promphan, ein Abgeordneter der PPP und einer der Anführer der
United Front of Democracy Against Dictatorship (UDD), zeigte keine Furcht
vor Gen. Panlops aggressiven Äußerungen. Er warnte den früheren ISOC
Kommandeur nichts zu unternehmen, was ein Gesetzesbruch wäre.
Trotz der Konfrontation zwischen der PAD und der Regierung, würden die UDD
Mitglieder derzeit keine größere Demonstration veranstalten, um die
Demonstranten der PAD zu kontern, erklärte Jatuporn. Die UDD, die loyal zum
entmachteten Premierminister Thaksin Shinawatra steht, spielte eine Rolle
beim Wiederstand gegen den Militärcoup vom September 2006.
Auch hier wieder die Schwarz-Weiß-Malerei. Zwar sind wichtige Mitglieder der
UDD ehemalige und auch noch derzeitige Anhänger von Thaksin. Aber eine große
Gruppe ist auch einfach gegen die Diktatur der Militärs. Und diese Entscheidung
ist derzeit sicher die beste, die die Gruppe machen kann.
10:30 Uhr. Die
Nation berichtet darüber, dass Polizisten sich nun doch gewaltsam Zugang
verschaffen.:
Einige 1000 Polizisten brachen in das Gelände der Regierungsgebäude am
Freitag Morgen, und versuchten die Demonstranten heraus zu drängen,
berichtete NBT. .... NBT berichtete, dass um 10:30 Uhr, die Polizei in
der Lage war, durch das Tor in der Nähe des Kabinett-Sekretariats
einzudringen. Ein Reporter sagte, dass die Polizei mit einem Gehilfen
von Chamlong Sriumuang verhandelt hätten und ihn baten, die Demonstranten
aus dem Gebäude zu lassen, weil ansonsten die Polizei Gewalt anwenden würde.
10:50 Uhr. Die The Nation berichtet, dass die Polizei Tränengas gegen
die Demonstranten einsetzt, die Tor 7 an der Seite von Padung Krung Kasem Canal
besetzen.
Matichon berichtet, dass die Polizei beginnen würde, die Demonstranten am
Regierungsgebäude und an der Makkawan Brücke (vor dem UN-Gebäude) aufzulösen.
sie hätten keine Schusswaffen (auch keine Gummigeschosse) bei sich. Sie
nehmen die Demonstranten fest und zwingen sie zum hinlegen. Viele Verletzungen
werden berichtet. Dieser Versuch, dem Gesetz Geltung zu verschaffen diente dann
später zum Vorwand, die Gerichtsanordnung zur Räumung des Parlaments
zurückzuziehen.
11:00 Uhr. Die Bangkokpost
berichtet von mehr Aggressivität gegen die Medien von Seiten der
Demonstranten. Die Fernsehjournalisten erklären, dass sie verschiedene Bilder
und Berichte nicht zeigen würden, um die Demonstranten nicht zu provozieren.
Die Nachrichtencrew von Channel 9, die live vom naheliegenden Maitree
Gebäude berichtet hatte, entschloss sich, zu ihrer eigenen Sicherheit aus
dem Regierungsgelände zu fliehen, da die Demonstranten sich gegen sie
gewandt hatten. Die Demonstranten waren erregt darüber, weil, wie sie
behaupteten, die Nachrichten befangen / einseitig wären. Außerdem fürchteten
die Demonstranten, dass sich Polizisten als Reporter verkleidet
einschleichen könnten, um die Anführer zu verhaften.
"Am ersten Tag der Demonstration (Dienstag), als ich vom Dach unseres Vans
aus life berichtete, bewarfen mich Demonstranten mit Flaschen und andere
begossen mich mit Wasser," sagte der Reporter von Channel 9, Ananya
Tangjaitrong.
"Unser Techniker wurde mit einem Metallrohr an der Hand getroffen.
Demonstranten schaukelten unseren Van und schlugen mit verschiedenen
Objekten auf den Wagen. Sie zwangen uns, unsere Reportage zu unterbrechen,
aber wir bleiben ruhig, zu unserer eigenen Sicherheit und wegen der
Ausrüstung. Der Wagen kostet mehr als 10 Millionen Baht."
Sie erklärte, dass der Sender die Bilder nicht gezeigt hätte, um die
Demonstranten nicht zu provozieren. Einschüchterung von Medien, würde der
PAD nicht helfen, erklärte sie. Life Berichte sind essentiell, damit sie da
sein können, wenn die Regierung sich entscheiden sollte, die Demonstration
gewaltsam aufzulösen.
Wer will kann die anderen Berichte von Bedrohungen und Einschüchterungen der
Reporter lesen. Aber es ist schon seltsam, dass die PAD die Regierung einen
Polizeistaat nennt, und selbst die schlimmsten Methoden eines solchen anwendet.
Wir dürfen uns auf alte Zeiten vorbereiten, sollte die PAD bzw. ihre Vertreter
im Geiste, an die Macht kommen. Denn wenn dann die Gruppe gegen Diktatur auf die
Strasse geht und das gleiche versucht zu tun. Mit dem Rückhalt von 10 Millionen
Anhängern, wird die Antwort sicher nicht so zurückhaltend sein, wie derzeit die
von der Regierung geübte.
Verschiedene Blogger sind der Meinung, dass die Demonstrationen mit großer
Absicht in den Zeitraum der Entscheidungen über die militärische Umbesetzung
gelegt wurden.
Dieser Artikel der Bangkokpost nährt diese Vermutung:
.... Die letzte militärische Stellenumbesetzung soll die Stabilität
sichern und politische Einmischung in die Angelegenheiten der bewaffneten
Streitkräfte mittelfristig verhindern, da die Anführer jetzt für zwei
Jahre in einer sicheren Position sind. ...
.... Er wurde von Premierminister und Verteidigungsminister Samak Sundaravej
am Montag ohne jede Änderung genehmigt und wartet nur noch auf die
Bestätigung durch den König, die Verkündigung wird für heute erwartet. ...
Armeechef Anupong Paojinda und der Mann, der vermutlich der neue
Staatssekretär im Verteidigungsministerium werden wird, General Apichart
Penkitti, von denen erwartet man, dass sie bis zu ihrer Pension im Jahr 2010
auf den Positionen verbleiben werden. ...
General Songkitti Chakkabat, Chief of Staff des Supreme Command, wird
zukünftiger Oberbefehlshaber .....Gen. Songkitti wird als geeignet
angesehen, zwischen den politischen Gruppen zu vermitteln, weil er ein
ehemaliger Kavallerie Offizier war und gute Verbindungen zu General Prem
Tinsulanonda , dem Vorsitzenden des Kronrates, hat. ...
11:50 Uhr. Manager
berichtet, dass das Berufungsgericht eine Berufung erlaubt hätte. Zuvor war
die Polizei mit den Angestellten des Büros zur Durchsetzung der Anordnung
zusammen getroffen. Die
The Nation bringt die bizzarre Entscheidung mit einer Einschätzung der
Rechtslage, die später nicht von den Vertretern des Gerichtes geteilt wird.
Die Demonstranten gegen die Regierung Samak können ihre Demonstration im
Komplex der Regierungsgebäude weiter fortsetzen, da das Appelationsgericht
die Berufung am Freitag akzeptierte, und erwägt die Räumungsbefehl zu
überprüfen.
Der Vertreter der Demonstranten, Nititorn Ngamluea, sagte, dass die
Antragsteller, das Büro des Premierministers, innerhalb von 15 Tagen weitere
Dokumente dem Appelationsgericht vorlegen müsse. "Deshalb können die
Demonstranten während dieser Zeit in dem Regierungsgebäude bleiben,"
erklärte Nititorn.
Darüber hinaus hätte die Polizei keine Autorität, um die Demonstrantion
auszulösen.
.... Die Kläger (die Regierung) hatten zahlreiche Klagepunkte gegen
die Demonstranten vorgebraucht, darunter Besetzung von Staatseigentum,
Besetzung der NBT-Fernsehstation, Vandalismus, und das Tragen von Waffen in
der Öffentlichkeit ... Außerdem hatten sie das Gericht um Schutz für die
Beamten gebeten, die daran gehindert werden, ihrer Arbeit nachzugehen ...
Die Polizei teilte die Rechtauffassung nicht. Eine Anordnung ist sofort
vollstreckbar, eine Berufung habe keine aufschiebende Wirkung auf eine
einstweilige Anordnung. Allerdings versuchte man den Spagat, zwar das Gebäude zu
räumen, aber die Demonstration nicht aufzulösen. Aber dazu später mehr.
Jedenfalls ist dieses Gerichtsvorgehen, wie wir bereist an anderer Stelle
sagten, nicht geeignet, um das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in
eine unabhängige Justiz zu stärken. Die Chancen, Thaksin ausgeliefert zu
erhalten, sind schon bei dem Beginn der PAD Demonstrationen gesunken, und sind
mit dem heutigen Tagen ins Unmögliche abgesackt. Wirklich schade. Denn nichts
hätten wir lieber verfolgt als ein öffentliches Gerichtsverfahren gegen Thaksin,
in dem alles auf den Tisch kommt.
Ein italienischer
Journalist bringt die Situation auf den italienischen Punkt:
Lassen Sie uns die Dinge beim Namen nennen. Was die PAD am 26. August
mit dem Sturm auf die Fernsehstation NBT tat, mit der Besetzung der
Ministerien, und dem Camp im Garten der Regierungsgebäude, war ein
Putsch. Es ist nur nicht klar, ob er erfolgreich war, oder nicht.
Falls der demokratische gewählte Premierminister machtlos ist und zurück
tritt, war der Putsch erfolgreich. Falls die PAD Anführer verhaftet
werden, und ihre Demonstration aufgelöst, war er erfolglos. Wenn nur ein
Kompromiss erreicht wird, dann wird die Regierung zwar überleben, aber
kaum die Kontrolle behalten, sie wäre immer am Haken einer Leben
verlängernden Maschine, unter der beständigen Bedrohung durch den
nächsten Putsch der PAD.
Ein Staatsstreich in Thailand wäre gefährlich, weil er den regionalen
Prozess der Demokratisierung zurückdrängt, denn er würde eine schlechte
Inspiration für die Philippinen sein, oder auch die indonesischen
Generäle, die nur darauf warten, die politische Macht wieder zurück zu
gewinnen....
Der Putsch in Thailand muss gestoppt werden.
Im Jahr 1981, nur wenige Jahre nach dem Ableben des spanischen Diktators
Francisco Franco, und erst kurz nach der Wiedereinführung der Demokratie
in Spanien, veranstaltete das Militär einen Putsch. Das nationale
Fernsehen zeigte den Lieteunant Colonel Antonio Tejero, der das gewählte
Parlament mit einer Pistole bedrohte und behauptete, er würde im Namen
des Königs agieren.
Kann der König von Thailand den Putsch jetzt stoppen? Die PAD hat den
König verpflichtet. Die PAD-Menschen behaupten, sie wären Monarchisten.
Sie ziehen sogar ein gelbes Hemd an, als Zeichen des Respekts für den
König, ... wie kann dann der König, der von sich selbst behauptet, über
der Politik stehen, gegen seine loyalsten Anhänger vorgehen?
Darüber hinaus beschuldigt die PAD den thailändischen
Ministerpräsidenten einer Verschwörung, Thailand von der Monarchie zur
Republik machen zu wollen. Samak streitet ab, die PAD glaubt ihm nicht.
Was ist die Wahrheit?
Derzeit ist Thailand eine Demokratie, in der alle Meinungen ausgedrückt
werden dürfen.. Wenn der Premierminister Thailand in eine Republik
machen will, dann könnte er seine Meinung ausdrücken und dafür werben.
Wenn er das nicht tut, dann will er wohl die Monarchie.
Die PAD Mitglieder behaupteten Monarchisten zu sein und sie beschimpfen
alle Gegner "Republikaner" zu sein. Aber sollte nicht der König
derjenige sein, der entscheidet, wer Monarchist ist, und wer nicht?
Welche Gründe hat die PAD die Feinde mit so bequemen Etiketten zu
versehen? Tatsächlich ist das
Verhalten alt und bewährt. Die italienischen Faschisten behaupteten in
den 1920igern, die nationalen Interessen zu beschützen und beschuldigten
die politischen Feinde, Verräter der Heimat zu sein. Sie brachten
Italien den Ruin und das Ende der Monarchie.
Heute ist die Situation in Thailand sogar noch gefährlicher. Die
Regierung wurde erst vor 7 Monaten demokratisch gewählt. Umfragen
zeigen, dass mehr als 70% der Menschen gegen die Proteste sind und der
Regierung zustimmen. Die PAD macht kein Geheimnis aus ihrem Plan, eine
autoritäre Regierung zu planen und nur 30% der Abgeordneten vom Volk
wählen zu lassen, der Rest würde ernannt.
Obwohl die Tradition in Thailand anders ist, wäre es jetzt Zeit für den
König von Thailand, sich ein Beispiel am spanischen Kollegen zu nehmen.
Schreiten Sie ein und stoppen Sie den Coup ein für alle Mal. Wenn er das
nicht mit voller Klarheit und Überzeugung macht, dann wird er Thailands
zukünftige Stabilität gesichert haben, denn niemand wird mehr seinen
Namen in Zukunft missbrauchen. Es könnte ein starkes historisches Erbe
sein, für die Region und die Welt, in diesen wirren Zeiten.
Wenn sich nichts bewegt, und die gewählte Regierung gezwungen wird,
zurück zu treten, wenn der Situation erlaubt wird, sich zu verfestigen
(zum Brauch zu werden), dann wäre dass der zweite Putsch in weniger als
2 Jahren. Die Börse verlor bereits über 25% in wenigen Tagen, der Baht
fiel gegen den schwachen Dollar, das Vertrauen der Wirtschaft bricht
zusammen und sogar der belastbare Tourismus beginnt zu leiden. Thailand
könnte bald der neue kranke Mann Asiens werden - mit allen Konsequenzen.
13:00 Uhr. Die
Bangkokpost berichtet.
Die Polizei brach in die Regierungsgebäude ein, denn sie hatte die
Anordnung des Gerichtes zu vollstrecken, der die PAD angewiesen hatte, das
Regierungsgebäude zu verlassen, ekrlärte der stellvertretende
Polizeisprecher Surapon Thuanthong am Freitag.
Diese Entscheidung kam nachdem Vertreter des Gerichts an fünf Eingängen des
Regierungsgebäudes den Gerichtsentscheid angebracht hatten, um offizielle
die Demonstranten zu informieren, dass sie das Gelände unmittelbar verlassen
müssten.
General Surapon sagte, dass die Polizei nicht versuchen würde, die
Demonstration aufzulösen. "Wir wollen die Demonstration nicht auflösen,"
sagte er. "Und die Polizei wandte keine Gewalt an, da dies eine heikle
Angelegenheit ist." Er bestritt auch frühere Berichte, dass die Polizei
Tränengas eingesetzt hätte. "Blut wird nicht vergossen," darauf bestand er.
Es wird berichtet, dass Gasmasken, Wasser und Essen unter den Demonstranten
verteilt wird. Immer stärker drängt sich die Frage auf, wer das alles finanziert
hat und wer die Logistik in der Hand hat.
13:30 Uhr. The Manager
veröffentlich eine Reihe von Fotos, die die Polizeibrutalität belegen
sollen. Allerdings scheint nur eines dafür geeignet zu sein, auf welchem ein
Gewehr, vermutlich mit Gummigeschossen, auf einen Demonstranten zielt. Mir
scheint es eher zufällig zu sein, und der Finger ist nicht am Abzug. Das scheint
das
Hauptfoto auf der Titelseite zu sein.
Matichon zitiert den Chef des Büros zur Durchsetzung der Gerichtsbeschlüsse,
der erklärt haben soll, dass das Gericht die Berufung akzeptiert hätte, aber
noch keine Entscheidung gefällt hätte, was den Rückzug anginge, und dass daher
die Anordnung vollstreckt werden müsste.
Der Sender ASTV des Medienmoguls Sondhi, der der wichtigste Anführer der PAD
ist, so wird berichtet, wiederholt immer und immer wieder Szenen, die die
Polizeibrutalität beweisen sollen, und fordert Anhänger auf nach Bangkok zu
kommen, um zu demonstrieren.
Das
Parlament hält eine Debatte ab und, aufgestachelt durch die Bilder der ASTV
scheinen weitere Gruppen zur Unterstützung der PAD aktiv zu werden. Es wird
damit gedroht, Elektrizitätswerke abzuschalten.
Die Sicherheitsmaßnahmen am Suvarnabhumi Flughafen werden verstärkt, da Berichte
auftauchen, dass PAD-Anhänger verschiedene Flughäfen gestürmt hätten. Darunter
auch Phuket, wobei es zu gefährlichen Eingriffen in den Luftverkehr gekommen
sein soll. Wenn diese Berichte zutreffen, hat Thailand ein echtes Problem mit
der internationalen Gemeinschaft.
13:50 Uhr. Ein junger verletzter Demonstrant wird als Held auf der Bühne
der PAD vorgeführt. 30 Senatoren sind auf der Demonstration um den Demonstranten
moralische Unterstützung zu erklären. Derweil erklärt die Polizei, dass das
ursprüngliche Demonstrationsgebiet an der Makkhawan Brücke geräumt worden wäre.
14:00 Uhr. Tausende Demonstranten werden jetzt davon abgehalten, ins
innere der Regierungsgebäude vorzudringen und die Demonstranten dort zu
verstärken. ASTV sendet weiter ununterbrochen Bilder von "Polizeibrutalität".
Die
BBC bringt Stimmen von Thais zu den Vorgängen. Mit Foto und vollem Namen.
Wer die Folgen von "falschen" Äußerungen in Thailand kennt, wundert sich nicht,
wie die Äußerungen ausfallen. Will Die BBC Punkte sammeln, um aus dem Vorwurf
des Lèse Majèsté heraus zu kommen? Die Äußerungen decken sich absolut nicht mit
dem, was unsere Korrespondenten in Chiang Rai , Chiang Mai und Khon Kaen hören.
Und auch in Bangkok sind die Reaktionen der Personen, die wir anonym sprachen,
sehr unterschiedlich von denen, die die BBC veröffentlichte.
Dei
Bahngewerkschaft erklärt ihre Solidarität zur PAD und legt Strecken lahm.
Die Gewerkschaft der Thai Airways fordert die Gewerkschaftsmitglieder auf, sich
Krank zu melden. In Puhket wird definitiv der Flughafen belagert und
vandalisiert. Aber nach einer gewissen Zeit können Flugzeuge wieder starten und
landen. Einzelheiten fehlen noch.
Sondhi erklärt, dass dies der Tag der
Abrechnung wäre. "Wir werden niemanden erlauben, uns zu befehlen, was wir zu
tun haben. Wir werden gewinnen."
Die Demonstranten benutzen
Frauen und Kinder, um die Polizei von einem Sturm auf das Regierungsgebäude
abzuhalten.
15:30 Uhr. Demonstranten übernehmen die alte Protestmeile an der
Makkhawan Brücke erneut. Sie fuhren mit schwerem Gerät auf, einem 6-rädrigem
LKW. Die Polizei wirkt wie gelähmt gegen die Gewalt der Demonstranten.
Matichon meldet, dass eine Gruppe, die sich "Thai Justice Group" nennt, eine
Petition eingereicht hätte, ASTV abzuschalten.
In einem
Artikel
wiederholt die Bangkokpost die seltsame Logik, dass es schlimm wäre, wenn die
Polizei mit Gewalt in die Regierungsgebäude eindringen würde. Aber die Tatsache,
dass die Demonstranten vorher aus dem Gelände gedrängt hatte, wurde nicht
bemängelt.
DIES IST DER
WENDEPUNKT.
So wie die Zeitschriften sich wieder positiver gegenüber der PAD zeigen, scheint
es eine Unterstützung zu geben, die man als Außenstehender nicht sofort merkt.
Man erkennt es nur an den Artikeln und Stellungnahmen.
Thailändische Journalisten sind seit
Jahrzehnten geübt darin, ihre "Fähnchen in den Wind" zu stellen.
Ein weitere Hinweis, dass die PAD im Hintergrund Unterstützung erhalten hat ist
die Tatsache, dass der Oppositionsführer
Abhisit Vejjajiva, der sich bisher von den Demonstrationen distanziert
hatte, plötzlich auftaucht und gewisse Sympathie äußert und verletzte
Demonstranten Mut zuspricht.
Der Coup scheint geglückt!
Jetzt geht Sondhi in die
Offensive. Er fordert die Auslieferung der Polizisten, die die Demonstranten
an der Makkawhan Brücke verletzt hatten. Es ist nicht klar, ob er sie verprügeln
oder lynchen will. Er fordert die Polizei auf sich zurück zu ziehen. Er droht
mit einem Sturm auf die Polizeihauptquartiere.
Auch
Anupong beginnt sich von Samak zu "entfremden". Angeblich wegen der
Anwendung von Gewalt.
18:00 Uhr. Der Flughafen von
Phuket wird endgültig geschlossen. Auch die Flüge nach HatYai und Krabi
werden abgesagt. Der Mob wütet.
Der Mob tobt auf den Strassen, zum Schutz und zur Ehre des Königs. Die
Regierung ist in einer Zwickmühle. Wenn sie nichts unternimmt sagt man, sie wäre
machtlos und nicht fähig das Land zu regieren. Sorgt sie für Ordnung, wird sie
wegen Brutalität angegriffen. Dan Rivers von CNN hat über die Verletzungen
berichtet und erklärt, dass sie minimal gewesen wären. Alles wirkt wie perfekt
inszeniert.
19:00 Uhr. Die ersten Blogger glauben die Handschrift von General Pallop
zu erkennen. Kurz nach sieben Uhr beginnt ein Sturm der Demonstranten auf das
Hauptquartier der Stadtpolizei. Ca. 1000 Polizisten versuchen die Demonstranten
zu blockieren. Die Demonstranten verlangen die "Aushändigung" der Polizisten,
die angeblich die brutalen Taten begangen hatten. Wild West auf Thailands
Strassen. Szenen die wir in den Siebziger Jahren glaubten vergessen zu
können. Als rechte Banden Studenten an Laternen aufhingen.
Sondhi droht damit, 100000 Demonstranten zur Polizeistation zu schicken. Die
Polizei scheint Tränengas einzusetzen, aber in dem Durcheinander weiss man nicht
genau wer was tat. Die Polizei behauptet, es wäre eine "Dritte Hand" gewesen.
19:55 Uhr. Das Fernsehen zeigt dramatische Bilder von Fahnen schwenkenden
Thais, die das Hauptquartier der Polizei angreifen.
20:30 Uhr. Diskussionen kommen auf, ob Trängengas verwendet wurde und von
wem. Aber wie kann es unrecht sein,
Tränengas zu verwenden, wenn ein Mob eine Polizeistation angreift? Im Süden
wurden dafür alle Beteiligten von eben jenem General Pallop zum Tode verurteilt.
Das
Zivilgericht zieht seine Anordnung zurück, dass die Demonstranten das
Regierungsgebäude räumen müssen. Als Begründung wird "Polizeibrutalität"
angegeben. Damit hat die PAD gewonnen, und die Justiz ihren Opportunismus
bewiesen.
Samak denkt über die
Ausrufung des Notstandes nach. Aber das dürfte jetzt bereits zu spät sein.
20:45 Uhr. Und der Todesstoß für den Parlamentarismus wird wieder mal
durch die Streitkräfte verteilt: Die Generäle wenden sich von Samak ab. Die
Bangkokpost meldet, dass sich die Kommandeure von ihm abwenden würden
und ihn auffordern zurück zu treten. Zunächst die Bangkokpost:
Armeekommandeur Anupong Paojinda hat die Forderung von Premierminister
Samak Sundaravej, den Notstand auszurufen, zurückgewiesen. Er solle entweder
zurücktreten, oder das Parlament auflösen, um die Spannungen zu verringern,
erklärte eine Quelle. Schlüsselkoalitionspartner Banharn Silpa-archa
verlangten ein sofortiges Treffen mit Premier Samak und den anderen
Koalitionspartnern.
Anupong machte die "Empfehlung" in einem 15-minütigen Gespräch mit Samak,
....
Vor dem Treffen des Verteidigungsausschusses hatte Gen. Anupong einen Coup
noch ausgeschlossen, und sagte, dass er nicht sehen würde, wie dies dies
Probleme lösen würde. Allerdings waren vor allen 17 Militärcoups Thailands
solche Erklärungen abgegeben worden. ...
Nach Angabe der Quelle hätte Samak gefragt, ob die Armee bereit wäre, im
Falle dass er in der Freitagnacht den Notstand ausrufen würde, die Lage
klären würde. Die Quelle sagte, dass Gen. Anupong widersprach aus Angst,
dass die Ausrufung des Notstandes Gewalt auslösen würde.
Dann erfolgte die Nachricht, dass der König Samak eine Audienz gewährte. Das
Resultat wurde zwar nicht bekannt gegeben, dürfte aber klar sein: Er wird zum
Rücktritt gezwungen.
Thailand ist 30 Jahre in der Entwicklung zurückgeworfen. Die zarten Triebe der
Demokratie sind gekappt. Alles andere wäre eine große Überraschung.
FreeThai
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