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Der Weg zur Wahl - Der zweite Tag der Regierungserklärung
( 20 Votes )
News - Way to Elections
Tuesday, 30 December 2008 20:31
(30.12.2008) UPDATE 2 - Es war der dritte Tag einer Großdemonstration der Red Shirts, deren einzige Forderung, die demokratischste von allen ist, nämlich die nach Wahlen. Während unsere Korrespondenten in den bequemen Hotelbetten schliefen, verbrachten viele Red-Shirts die Nacht auf dem Asphalt, auf einer Alufolie oder Strohmatte. Das Aggressionspotential hatte sich erhöht, aber die Organisatoren hatten von Anfang an gesagt, dass sie keine Waffen und keine Gewalt sehen wollten. Wir haben beobachtet, ob sie ihre Versprechung im Laufe des Tages einhalten konnten.

Einen Tag lang konnte die UDD im Rahmen einer friedlichen Demonstration, die bereits zwei Tage ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen war, die Verlesung der Regierungserklärung der neuen Regierung Abhisit Vejjajiva verhindern. Würde sie diese Leistung, das heißt Gewaltlosigkeit und doch Verhinderung der Regierungserklärung am 3. Tag der Proteste weiterführen können?

Hier der Bericht unserer Korrespondenten:

Schon vor den Regierungsgebäuden bauen die fliegenden Händler gerade ihre Stände auf. Das ist ein großer Vorteil in Thailand. Man kann vollkommen unvorbereitet zu einer Versammlung gehen und sicher sein, dass man etwas zu Essen und passende Kleidung kaufen kann.

Als wir gegen 08:30 Uhr, an den, nun wieder nach dem Verlassen der PAD durch die Zäune sichtbaren Regierungsgebäude vorbei gingen, hatten wir die Radio-Meldung im Ohr, dass die Polizei eine Person festgenommen hätte, die versucht hatte, mit einem Schwert und Messern in die Demonstrationszone vorzudringen. Er hatte kein rotes T-Shirt an und war den Wachen aufgefallen. Wir wundern uns, dass nicht mehr Kontrollen stattfinden. Anscheinend wirkt die Tatsache Wunder, dass wir Farangs dabei haben.

Auch wenn zu kritische ausländische Zeitungsberichte für Thailand zensiert werden, und obwohl sich die PAD-treue Presse in der bekannten Weise über ausländische Berichte äußert, und sie Gift nennt, von dem ein Thai zum UnThai werden, oder sogar sein Gehirn schrumpfen kann, wissen die Red Shirts, wie der größte Teil der Welt über die PAD und den Regierungswechsel denkt, und begrüßt die Anwesenheit von Ausländern.

Während wir noch die traurigen Überreste des Rasens vor den Regierungsgebäuden bedauern, treffen wir auf Kaffeelieferanten, die den Morgenkaffee für die Demonstranten bringen. Wieder eine Geschäftsidee, typisch für Thailand.

Das Katerfrühstück

Die Menschen wirken müde und als ob sie wenig geschlafen hätten. Überall liegt Müll, obwohl einzelne Red Shirts versuchen, die gröbsten Verunreinigungen zusammen zu kehren. Viele der Menschen, die wir zu diesem Zeitpunkt antreffen, haben seit zwei Nächsten kein Bett und keine Dusche mehr gesehen.

Um die Feuchtigkeit des Morgens zu verringern und während des Tages die glühende Sonne abzuhalten, wurden noch in der Nacht offene Festzelte (ohne Seitenwände) aufgestellt. Hundert Meter vor dem Haupteingang des Parlaments steht das erste Zelt und am Eingang findet man Wasserflaschen und kleine Styropor-Pakete mit Essen, zur Selbstbedienung. Wie es heißt, von einem unbekannten Gönner gespendet.

Die ersten Begrüßungen wirken noch etwas verschlafen. Als wir die Damen fragen, wo denn die Herren wären, erhalten wir die Auskunft, dass die Geld verdienen müssten, auf die Kinder aufpassen, oder zur Familie aufs Land gefahren wären, um Geschenke zum Jahreswechsel hin zu bringen.

Eine attraktiv aussehende Frau von ca. 35 Jahren spricht uns an, ob wir Hilfe bräuchten. Wir fragen nach dem Namen, den sie uns aber nicht nennen will. Dann fragen wir, warum sie demonstriert. Sie erklärt uns: "Ich bin Lehrerin an einer internationalen Schule, ich weiß wie unterschiedlich die Art des Unterrichts ist. Ich möchte, dass alle Kinder in Thailand einen solchen Unterricht bekommen. Das ist aber mit den ultrakonservativen Kräften nicht möglich."

Der Haupteingang des Parlaments ist mit selbst gemachten Plakaten gepflastert. Natürlich fehlt auch das Zitat des Außenministers nicht, dass die PAD-Demos Spaß gemacht hätten. Nicht überall stehen Zelte, und die Menschen verstecken sich vor der aufkommenden Sonne unter Fahnen, Alufolien und Regenschirmen.

An der Hauptbühne sieht man wesentlich weniger Menschen als am Vortag. viele müssen die Demo in der Nacht verlassen haben. Als wir eine Frau darauf ansprechen, antwortet sie: "Wir können nicht so lange von daheim weg bleiben. Wir haben einen kleinen Laden. Wenn wir den zu lassen, verdienen wir kein Geld."

Die Gespräche zwischen Demonstranten und Polizei

Am gesamten Zaun um das Parlament sehen wir einzelne Personen oder kleine Gruppen, die versuchen, mit den Polizisten auf der anderen Seite ins Gespräch zu kommen, und für die Sache der Red Shirts zu werben. Erstaunlicherweise lassen sich die Beamten darauf ein und viele lassen sogar durchblicken, dass sie ja gar nicht negativ gegen die Red Shirts eingestellt wären.

Wir beobachten solche Gespräche überall. Die Demonstranten geben den Beamten Wasser oder Snacks und es fehlt jede Art von Aggression gegen die Polizei und umgekehrt.

Die Musik spielt am Hintereingang

Am Hintereingang sehen wir dann die größte Ansammlung von Menschen. Aber es sind längst nicht mehr 50.000. Der LKW der UDD ist näher an den Nebeneingang herangerückt. Und hier werden feurigere Reden gehalten als vor dem Haupteingang. Und das, obwohl die Redner in der prallen Sonne auf dem LKW stehen, und das während Stunden.

Wir sprechen einen ca. 50-jährigen Mann mit Brille an, der sich relativ verhalten verhält. Wir fragen ihn nach seinem Namen, den er uns aber nicht nennen will. Er wäre Zahnarzt und wollte nicht seine Patienten abschrecken, die vielleicht Yellow Shirts wären. Warum er dann heute dabei wäre, fragen wir ihn. Er erklärt uns, dass er kleine Kinder hätte. Und er wollte nicht, dass die in einer Diktatur aufwachsen müssten, wie das bei ihm der Fall gewesen wäre. "Ich habe erst in den USA gelernt, was Demokratie ist. Und dazu gehörte eine schmerzhafte Erkenntnis," sagte er und wollte aber dann nicht näher darauf eingehen.

Im Parlament

In den Parlamentsgebäuden herrscht Ruhe. Einige Feuerlöschfahrzeuge stehen bereit. viele Polizisten dösen vor sich hin. Ein Korrespondent erzählt uns, dass noch nie so viel Polizei im Parlament gewesen wäre, selbst während den größten Krawallen nicht. Alle wirken diszipliniert und gut ausgerüstet mit Knie und Unterschenkel Protektoren, Helmen mit Genickschutz, Plastikschilden. Viele haben zusätzliche Schutzwesten und Arm-Protektoren.

Während die Haupttore mit riesigen Stahlbalken gesichert sind, scheint beim Nebeneingang sogar ein einfacher Riegel zu fehlen, und das Tor wird nur durch eine Kette, ein Kabel und ein paar bunte Bänder zusammen gehalten. Außerdem wirken die Scharniere schon äußerst verrostet.

Vor diesem Tor stehen permanent ca. 200 bis 300 Beamten in voller Ausrüstung. Sie werden alle paar Minuten abgewechselt. Das ganze macht fast den Eindruck einer Übung.

Die Aggressionskontrolle

Als ein paar Wasserflaschen von den Demonstranten auf die Beamten geworfen werden, rücken diese 10 Meter vom Tor weg, ohne Anzeichen von Aggression zu zeigen. Jakrapob fordert auch alle Demonstranten auf, die Fahnen und Stöcke vom Tor weg zu bringen. "Wir wollen nicht, dass jemand versehentlich verletzt wird." Er hat die Menschen unter Kontrolle. Und ich sehe, wie ein Ordner eine Fahne mit der Spitze auf den Boden schlägt, um die Holzspitze abzustumpfen.

Die zwei drei Holzlatten sind schnell vom Eingang verschwunden. Eine feurige Rede gegen Abhisit wird durch eine versöhnliche Rede gegenüber der Polizei abgelöst. Und nun kommt die elegante Aggressionskontrolle, die Jakrapob zeigt, und dadurch auf Seiten der Polizei wie auf der der Demonstranten Angst und Aggression abbaut.

Er verschenkt rote T-Shirts an Polizisten, die sich auch melden und die T-Shirts danken annehmen. Ein Polizist erhält sogar die rote Jacke von Jakrapob und zieht die auf prompt über die Uniformjacke an.

Was uns Sorge macht, ist die Baufälligkeit des Tores, das sich unter der Last der Menge der Demonstranten immer mehr nach vorne biegt.

Alles wirkt aber entspannt und freundlich. Immer wieder hört man, dass die Polizei ihre Arbeit tun müsse, und man sie dafür nicht bestrafen dürfe. Aber dass die Polizei verstehen müsse, dass die Red Shirts auf ihrem verfassungsmässigen Recht, zu demonstrieren auch bestehen müssten. Und dass man immer versuchen müsste, eine Lösung zu finden.

Eine sich total von den Yellow Shirts unterscheidende Strategie, die die Polizei als Mörder und Verbrecher bezeichnete, Ansätze zu Lynchjustiz machte und auf Konfrontationskurs war, um Gewalt und damit einen Militärcoup zu provozieren.

Der Marsch zum Außenministerium

Die Nachricht verbreitet sich, dass die Parlamentssitzung mit der Verlesung der Regierungserklärung im Außenministerium stattfinden soll. HTML clipboard

UPDATE 1

Aber schon vor Höhe des Dusit Zoo werden sie von ca. 400 voll ausgerüsteten Polizisten erwartet. Und einige hundert Meter dahinter steht eine zweite Kette von der Armee, diese mit Schlagstöcken ausgerüstet. Auf den ersten Blick sieht die Situation bedrohlich aus. Ununterbrochen wird vom LKW auf die Polizei eingeredet, den Demonstranten das Recht in der Verfassung, dass für die PAD galt, auch der UDD zuzugestehen, und den Weg frei zu machen.

Aber die UDD Führer wissen, dass sie verloren haben. Die Aufgabe der Polizei ist nur so viel Widerstand zu leisten, dass die Demonstranten nicht mehr rechtzeitig zur Regierungserklärung bis zum Außenministerium kommen können. Und so entwickelt sich das ganze zu einem Spiel.

Vorne stehen ein paar UDD-Mitglieder, die so tun, als ob sie die Polizei vor sich her schieben würden, während die Polizei sich lächelnd zurückdrängen lässt. Langsam wälzt sich die Masse der Polizisten und Demonstranten am Dusit Zoo vorbei. Ununterbrochen fordert der Lautsprecher das Recht zur Durchfahrt, immer wieder wird aber auch aufgefordert, keine Gewalt anzuwenden.

Als die Beamten auf der Höhe der Armee ankommen, also an der nächsten Kreuzung, löst sich ein Teil ab und die Strasse wird frei gemacht. Als Dank erhalten die Beamten Wasser aus dem LKW der Demonstranten und viele der Demonstranten zeigen ihre Anerkennung gegenüber der Polizei durch SawasDii oder andere Gesten.

Der lange Marsch

Während wir wissen, dass die PAD Busse der Verkehrbetriebe mit Waffengewalt entführten, um Demonstranten schneller von einem Ort zum anderen zu bringen, verzichtet die UDD auf solche Maßnahmen. Im Gegenteil arbeiten die Offiziellen gut mit den Verkehrbetrieben und der Polizei zusammen, wie wir beobachten und fotografieren konnten, um unnötige Behinderungen und Probleme zu vermeiden. Auch die Straßen, auf denen die Demonstranten marschieren, werden, so lange es geht, befahrbar gehalten, und nicht gesperrt.

Die Sperren erfolgen dann meist von der Polizei, um die Sicherheit der Demonstranten zu gewährleisten. Wir sehen keine Stacheldrahtbarrikaden, keine quer gestellten Busse, keine Waffen. Das geht sicher zu Lasten der Effizienz, erhöht aber die Sympathie, was man an den Anwohnergesichtern deutlich erkennen kann.

Immer wieder sieht man am Straßenrand Menschen, die spontan Klatschen und den Aussagen des Lautsprecherwagens zustimmen.

Ein Anhänger outet sich

Endlich finden wir eine Anhängerin, die bereit ist, ihren vollen Namen zu nennen. Tum, die eigentlich Puangsamorn Vilaiwan heißt, ist 50 Jahre alt. Sie erklärt uns, dass sie die PAD hassen würde, weil es eine terroristische Vereinigung wäre, die den Willen der Mehrheit der Bevölkerung einfach nicht akzeptieren wolle.

Die Red Shirts wären nicht nur "arme Landbevölkerung". Sie selbst hätte einen Master Degree von der Universität Leeds, auf Grund eines Stipendiums der Rotary Organisation von 1988. Sie hätte früher für UNSCR gearbeitet, dann für verschiedene NGOs und wäre jetzt aber selbständig. Sie arbeitet als Großhändlerin für Orangen.

"Ich will, dass Thaksin zurück kommt. Ich wurde im Süden Thailands geboren, aber durch meinen Mann kam ich nach Chiang Mai und lebte da 20 Jahre. In Chiang Mai hatten wir ein großes Drogenproblem. Bis Thaksin durch seine Bekämpfung der Mafia und auch durch seinen Kampf gegen die Drogen eine wesentliche Verbesserung erreicht hat."

Wir fragen sie, was sie dazu sagen würde, dass bei dem War on Drugs 3000 Leute, die Hälfte davon unschuldig, gestorben wären. Sie antwortete, dass sie das nicht glauben würde. Und wenn es so wäre, glaube sie nicht, dass das die Schuld von Thaksin wäre. In Thailand ist es üblich Menschen schlecht zu machen, Gerüchte zu streuen und Anschuldigungen vorzubringen, um politische Feinde zu vernichten. "Thaksin hat in Chiang Mai dazu geführt, dass das soziale Leben besser und angenehmer geworden ist."

Unsere Frage, ob nicht vielmehr, durch die restriktive Drogenpolitik, das Probleme nur in die Finsternis der Seitengassen verschwunden wäre, wollte sie nicht gelten lassen. "Nein, das ist nicht so. Ich habe da doch Familie."

Und wenn wir das nicht akzeptieren würeden, was wir denn zur Einführung der allgemeinen Krankenversicherung bzw. Versorgung sagen würden, oder dazu, dass die Kredithaie in den Dörfern Probleme bekamen, weil Thaksin die Minikreditschema eingeführt hatte. Und was denn mit den vielen Studenten und Schülern wäre, die nur ausgebildet hätten werden können, weil Thaksin die Lotterie eingeführt hätte.

Wir bedanken uns und haben wieder einen Eindruck davon gewonnen, wie schwierig es für die Menschen Thailands ist, in den vielen Lügen und Verdrehungen, die Wahrheit zu erkennen. Eins blieb uns aber im Kopf, was sie sagte: "In Thailand ist nur wahr, was man selbst fühlt und erfährt."

Ein Zwischenfall

Während die Demonstranten zum Außenministerium marschieren, gibt es plötzlich einen Zwischenfalls. Einige der Demonstranten beschimpfen einen vor einem Geschäftshaus sitzenden Mann und drohen sogar mit Handgreiflichkeiten. Als wir hinzu kommen, können wir nur noch filmen, wie die Wachen der UDD eine Kette bilden, und das Grundstück abschirmen.

Wir gehen zu dem Mann und bitten um ein Interview. Er will uns seinen Namen nicht sagen. Offensichtlich ist er beleidigt, dass wir ihn nicht kennen. Wir kennen sein Gesicht, aber der Name fällt uns nicht ein. Wir sollten ihn kennen. Sicher kennen wir den Namen und das Gesicht, aber wir bekommen die beiden Teile nicht zusammen. Vielleicht können unsere Leser helfen.

Wir fragen ihn, warum die Demonstranten auf ihn los gegangen wären.

"Das ist ein Missverständnis. Wir versuchen die Dinge besser werden zu lassen .... Ich denke sie müssen sich beruhigen .... die Red Shirts müssen nachdenken und sich beruhigen. ... Die Yellow Shirts haben Einiges falsch gemacht, aber jetzt sollte man die Regierung arbeiten lassen. Sonst kann sie nicht beweisen, dass sie es besser kann.

Die meisten Menschen leben vom Tourismus, wenn man jetzt nicht Ruhe gibt, dann kommen die Touristen nicht mehr ...."

Auf die Frage, warum er das sagen würde, schließlich hätten die Red Shirts doch die Flughafensperrung ausdrücklich verurteilt und hätten erklärt, sie würden alles tun, die Demonstrationen nicht so zu gestalten, dass sie diese dramatischen Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft allgemein haben, wie das die der PAD getan hätten .... beendete er das Interview.

UPDATE 2


Die erschreckende Nachricht vom Parlament

Während der Verlesung der Regierungserklärung berichtet das Fernsehen live darüber, wie es am Parlament zu einem Zwischenfall kommt. Das Tor des Nebeneingangs gibt nach und Demonstranten versuchen auf das Gelände zu gelangen, werden aber von der Polizei zurück gedrängt.

Es ist für uns absolut unverständlich, dass nicht einmal ein normaler Riegel, in dem Schloss war, wie unser Foto zeigt. Was genau passierte konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen, da die meisten Korrespondenten am oder im Außenministerium waren.

Da wir in den Nachrichten keine größeren oder wichtigeren Meldungen finden, gehen wir davon aus, dass es mehr oder weniger ein "Unfall" war, bis wir anderweitige Informationen erhalten.

Das Außenministerium

Am Außenministerium angekommen, zeigte sich das gleiche entspannte Bild. Der Gebäudekomplex, mit dem das Außenministerium zusammen hängt, ist von den Demonstranten fast nicht kontrollierbar. Sie versuchen es zu umrunden, aber inzwischen ist die Regierungserklärung bereits vor den Abgeordneten der Regierungskoalition abgegeben worden. Die Opposition war nicht zugegen, wodurch eine Diskussion nicht erfolgte.

Ein witziger Zwischenfall passierte, als eine einsame Demonstrantin es bis ins Innere des Komplexes geschafft hatte, dann aber von Innen am Zaun demonstrierte, um nicht alleine zu sein, während die Polizisten sie gewähren ließen, und vor dem Zaun von anderen Demonstranten etherische Öle zur Erfrischung gereicht erhielten.

Nach einiger Zeit löste sich dann die Gruppe der verbliebenen Red-Shirts auf.

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Da wir in der Presse keine Berichte über Ausschreitungen lesen können, und uns andere Korrespondenten und die Veranstalter lediglich von einigen wenigen leicht Verletzten, (wie bei jedem Großereignis auch) berichteten, scheint die Zahl der Opfer und die Schwere der Verletzungen deutlich unter der eines Abends im Biergarten eines bayrischen Gasthauses zu bleiben. Wir selbst konnten keine einzige erkennen.

Entscheidend war nach unserer Auffassung die Strategie der Polizei, die nicht auf Konfrontation, sondern auf flexible Antwort setzte, und die der Demonstranten, die von Anfang an ihren Verzicht auf Gewalt klar zum Ausdruck gebracht hatten, und die, soweit wir das heute beurteilen können, sich auch an ihre Zusagen gehalten haben.

Im Prinzip war dies eine Lehrstunde in gewaltlosem Widerstand. Und eine Übung für die Polizei in der Kontrolle von großen Menschenmassen.

Was bleibt ist ein schaler Beigeschmack. Während bei diesen drei Tagen die massive Anwesenheit der Militärs sichtbar und präsent war, hatte man diese während der Demonstrationen der PAD bitterlich vermisst. Und das, obwohl die Demonstrationen der PAD von Anfang an militant und gewalttätig waren. Mit Stacheldraht, Reifenbarrikaden, Metallgittern, Absperrung ganzer Straßenzüge, mit dem Sturm auf Fernsehsender, dem Besetzen der Regierungsgebäude und der Flughäfen. Wo war das Militär, als es darum ging, Gewalttäter von der Straße zu befördern?

FreeThai

 

 

ACHTUNG: Unsere Korrespondenten waren wegen der Zeitverschiebung um einen Tag falsch eingestellt. D.h. der Datumsstempel vom 29.12. soll für den 28.12., der vom 30.12. für den 30.12. und der vom 31.12. für den 30.12. sein. Da waren wir mal wieder der Zeit etwas voraus.

Die Fotos können, unter Angabe folgender Quellenangabe für nicht kommerzielle Verwendung frei kopiert werden: Copyright FreeThai / www.schoenes-thailand.de

Für kommerzielle Nutzung und hochauflösende Printversionen, wenden Sie sich bitte mit Vorschlägen der bei Ihnen üblichen Honoraren an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

Kommentare (1)add
0
Ausführlich...
geschrieben von markusz , December 31, 2008
Man hat mir früher einmal vorgeworfen, zu ausführlich zu sein. Später bemerkte ich, dass es vermutlich daran lag, dass ich mich für bestimmte Themen stark begeistern konnte und bei meinen Erzählungen dazu nichts auslassen wollte. Eines Tages habe ich dann auch begriffen, was mir ein Bekannter sagen wollte, als er meinte: "Etwas weniger ist manchmal etwas mehr".

Ich finde die Beiträge von ST immer spannend, nur die Länge schreckt mich manchmal etwas ab.

Ansonsten weiter so und alles Gute für das neue Jahr! smilies/wink.gif
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busy
 
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